Lebendiges Lernen

Lebendiges Lernen – das Leben in die Hand nehmen

Das Zentrum für Integrative Lerntherapie von Zephir gGmbH realisierte von 2018-2020 ein Modellprojekt für Kinder und Familien aus Flüchtlingsregionen und Zehlendorf‐Süd in Zusammenarbeit mit der Grundschule am Buschgraben.

Die Kinder säten, ernteten und kochten gemeinsam. Sie schrieben Rezepte auf und wogen die Früchte ab. Die drei neuen Lernorte an der Schule, der Schulgarten, die Küche und das „Café Buschgraben“, in dem die Kinder die Eltern mit selbsthergestellten Produkten aus Garten und Küche bewirteten, ermöglichten den Kindern Lernerfahrungen in Verbindung mit natürlichen Prozessen und Kreisläufen.

Kochen in der Schulküche

Im Lernort Küche lernten die Kinder basale Kulturtechniken, beschäftigten sich nebenbei mit Zahlen und Mengen und verbesserten ihren Wortschatz und die Ausdrucksfähigkeit. Im gegenseitigen Austausch über Essgewohnheiten und Lieblingsgerichte entand eine interkulturelle Beziehung, die unmittelbar sinnlich erfahrbar war und auch das Familienleben der Kinder miteinschloss.

Gemeinsames Kaffeetrinken

Mit dem „Elterncafé Buschgraben“ wurde ein Ort für die Begegnung und Beratung der Eltern geschaffen. Besonders die Willkommenseltern konnten damit einen Weg in die Schule finden und sich am gesellschaftlichen Leben der Schule beteiligen. Das Café fand je nach Witterung im Garten bzw. in der Küche statt und verband die beiden Lernorte des Projektes. Ein Sprachmittler unterstützte die Eltern, um miteinander „ins Gespräch“ zu kommen und Erfahrungen auszutauschen.

Über das Projekt

Das Projekt war ein Beitrag zur Partizipation von geflüchteten Kindern und Eltern am Schulleben sowie der Förderung der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule durch Begegnung und Beratung. In den gemeinsamen Aktionen entstanden Lernsituationen, die einen hohen emotionalen und damit motivationsfördernden Stellenwert besaßen („shared attention“). Durch die direkte Erfahrung von Selbstwirksamkeit wurde das Selbstwertgefühl der Kinder gestärkt, das dann auf den Schulalltag im Klassenzimmer zurückwirken konnte. Die Konzentration auf ein gemeinsames Ziel förderte die Selbstregulation, und in der Planung und Durchführung von Handlungsabläufen wurde die Problemlösekompetenz der Kinder gestärkt. In konkreten, anschaulichen Lernsituationen erarbeiteten sie sich verschiedene Lernleistungen aus dem Rechen- und Schriftspracherwerb. Projektlaufzeit: 04/2018 – 12/2020.

Das Projekt „Lernen + soziale Beziehungen im schulischen Kontext fördern“ wurde realisiert mit freundlicher Unterstützung von

Im Rahmen des Projektes wurde im Sommer 2018 in den Sommerferien eine Ferienschule angeboten – ein weiterer Baustein zur Umsetzung der Ziele des Projektes: Anhand praktischer Alltagsthemen konnten Handlungskompetenzen erworben und Grundlagen des Sprechens, Lesens, Schreibens und Rechnens erarbeitet und dokumentiert werden. Dabei wurden besonders viele Eltern geflüchteter Kinder erreicht und bestehende Kontakte aus dem Elterncafé gestärkt.