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Religionspädagogische Prävention

Religionspädagogische Prävention gegen Salafismus und Dschihadismus

Foto: pexels ©abdulmeilk majed

Ein Gesprächsangebot für Jugendliche in Schulen, stationären Unterkünften, Jugendfreizeitheimen und anderen Jugend-Einrichtungen

Religion ist eines der größten, bedeutendsten, weltweit verbreitetsten Systeme der Sinn- und Identitätsstiftung für die Menschen auf der ganzen Erde. Ein gesundes Verhältnis zur Religion, egal welcher Ausrichtung, ist für viele Menschen ein essentieller Bestandteil der psychosozialen Gesundheit. Die abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) prägen die Menschen in unserem Lande im Allgemeinen und Kinder und Jugendliche im Besonderen. Aber wie kann man sich in dieser Welt des ständigen Wandels und der kulturellen und religiösen Polarisierung verorten?

Die den Religionen zugrundeliegenden formativen Schriften, normgebende Traditionen, Sitten und Gebräuche und einhergehende geschichtliche Entwicklungen sind vielen Gläubigen meist nur rudimentär bekannt. In den jeweiligen Nationalsprachen sind kritische Fragen, die zur Verhandlung religiöser Fragen und zur Selbstverortung in der Lebenswirklichkeit des Gläubigen häufig wenig ausgeprägt und oft nicht zugänglich. Und dies trifft auch auf die muslimischen Jugendlichen zu, mit denen wir pädagogisch arbeiten.

Ziel: Reflexion und religiöser Diskurs über den Islam mit jungen Menschen

  • Wir wollen mit den Jugendlichen die Breite der Koraninterpretation diskutieren und die Deutungsvielfalt aufzeigen, sie in ihrer Identität stärken und wahrnehmen und in ein Gespräch über Religion führen und bestehende Deutungshoheiten hinterfragen.
  • Wir wollen aufzeigen, dass Demokratie und Islam vereinbar sind, dass es vertretbar ist, sich als Muslim zu identifizieren und dennoch am gesellschaftlichen Diskurs aktiv mitzuwirken.
  • Wir wollen Vielstimmigkeit in Fragen der religiösen Glaubenssätze und Praktiken zur Diskussion stellen.
  • Wir wollen mit den Jugendlichen den Dialog über Religion führen, bevor sie sich durch religiöse Interesse Dritter steuern lassen und sich ggf. radikalisieren.
  • Wir wollen die Deutungshoheit über den Koran, die Hadithe (Überlieferungen des Propheten) und historische Genese nicht den Salafisten und Dschihadisten überlassen.
  • Wir vermitteln, dass es um gegenseitigen Respekt und Akzeptanz von unterschiedlichen religiösen Vorstellungen und Einstellungen geht, die durch Kommunikation und nicht durch Akte der Gewalt ausgetragen werden sollen.

Unser Vorgehen

  • Wir sprechen die Jugendlichen dort an, wo sie wohnen, in die Schule gehen und/ oder ihre Freizeit verbringen.
  • Wir arbeiten sowohl mit Gruppen als auch mit dem einzelnen Jugendlichen.
  • Mit der Methode des Dialogs bilden wir Dialoggruppen, und das ohne curriculare Vorgaben.
  • Wir veranstalten sowohl einmalige als auch fortlaufende Dialoggruppen, solange die Jugendlichen daran Interesse haben und motiviert an der Diskussion teilnehmen.

Unser Team

Wir sind ein multiprofessionelles und interdisziplinäres Team mit den Sprachen Arabisch, Farsi/Dari, Türkisch und Kurdisch, welches sich zusammen setzt aus:

  • Promovierten Erziehungswissenschaftlern und Sozialarbeitern
  • Studierten Arabisten, Islamwissenschaftlern, islamischen Theologen, Iranisten, Turkologen und Religionswissenschaftlern
  • Musliminnen und Muslime

Kontakt: Dirk Hartwig, hartwig@zephir-ggmbh.de, Tel. 030-84 59 29 79

Das Projekt läuft zunächst bis 31.12.2017.

 

Es wird finanziert und gefördert durch die Landeskommission Berlin gegen Gewalt
und den Bezirk Steglitz-Zehlendorf