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Vortrag „Kulturschock“

Teilnehmende des Frauencafés "Portugiesisch-Spanisch" diskutieren über den Kulturschock.

Vortrag zum „Kulturschock“ im Frauencafé

13 Frauen und ausnahmsweise zwei Männer haben sich bei Zephir‘s portugiesisch-sprachigen Frauencafé am letzten Dienstag im Januar getroffen, um mehr über den „Kulturschock“ von Migranten in Deutschland zu erfahren. Den fachkompetenten Input gaben Soziologin Dr. Luzia Costa Becker und Psychologin Dr. Renata Sternberg auf Portugiesisch, denn nur drei der anwesenden Frauen, darunter Zephir-Geschäftsführerin Lisa Seiler und eine Dolmetscherin, kamen an diesem Nachmittag aus Deutschland. Die beiden brasilianischen Wissenschaftlerinnen beschäftigen sich schon länger mit kulturellen Unterschieden zwischen Deutschland und Brasilien und den Schwierigkeiten, die mit einer Migration nach Deutschland verbunden sind.

Der „Kulturschock“ verläuft in fünf Phasen, von der anfänglichen romantischen Verklärung der noch neuen, unbekannten Kultur über Misserfolge und Krisen mit Gefühlen der Entfremdung und Hilflosigkeit bis zur Integration bzw. Inklusion, die nicht immer gelingen. Jeder Mensch erlebt den Kulturschock anders, unterschiedlich lang und intensiv.  Alle Teilnehmenden des Frauencafés konnten hier von eigenen Erfahrungen berichten, von Höhen und Tiefen im fremden Deutschland. Man war sich einig, dass in Deutschland (zu) viele Formulare ausgefüllt und Papiere aller Art benötigt werden. Dafür fahren die Busse bei uns fast immer pünktlich und das Fahrrad ist ein ernsthaftes Verkehrsmittel, mit dem die Deutschen auch zur Arbeit fahren. Über manches Beispiel der kulturellen Missverständnisse wurde gelacht, besonders dann, wenn es ein kulturelles „Fettnäpfchen“ war.

Das Leben in einer fremden Gesellschaft erfordert eine Anpassung, ein „kulturelles Lernen“. Und es ist gut, diesen Prozess zu verstehen und sich selbst darin zu erkennen. Umso leichter können die unterschiedlichen Phasen bewältigt werden. Aber auch für jene, die regelmäßig beruflich oder privat Kontakt mit Migranten haben, ist das Wissen um den „Kulturschock“ wichtig, um mit den richtigen Unterstützungsangeboten und Geduld und Verständnis adäquat reagieren zu können.

Auf dem Weg in jede neue, fremde Kultur steht das Erlernen der landesüblichen Sprache sicher ganz oben. Ohne gute Sprachkenntnisse ist keine Kommunikation mit den Einheimischen, keine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben möglich. Gemeinsame Hobbies, eine Sportgruppe oder die Kirchengemeinde in der Nachbarschaft können hilfreiche Brücken sein. Außerdem wird auch die Reflexion über die eigene Situation empfohlen, der Austausch von Gedanken und Bedürfnissen mit anderen Migranten, mit der Familie und Freunden in Deutschland wie in der Heimat. Unser Frauencafé bietet diese Möglichkeit jeden Dienstag von 15.30 Uhr bis 17.00 Uhr in der Sachtlebenstr. 36 in 14165 Berlin.

Kontakt: Daniela Schülke, schuelke@zephir-ggmbh.de